Ortsteil Braunsdorf

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Braunsdorf heute
Um den Wasserweg als Transportmöglichkeit besser nutzen zu können, wurde in den sechziger Jahren beschlossen, den Oder-Spree-Kanal für die verstärkte Nutzung mit Schubeinheiten zu begradigen. Das geschah in Braunsdorf an zwei Kurven, dadurch entstand eine Insel, die 1970 mit einem Übergang zur Halbinsel wurde. Anfang der siebziger Jahre wurde entschieden, bedingt durch die landschaftlich schöne Lage, durch den Waldreichtum und die günstige Verkehrslage zu Fürstenwalde diese Halbinsel zur Wochenendbesiedlung freizugeben. Zur Zeit befinden sich dort ca. 150 Parzellen mit individueller Gestaltung. So wurden zum Beispiel neben Kiefern, Fichten und Birken auch Ahornbäume und Heckengehölz angepflanzt.

Nicht nur auf der Halbinsel sind Wochenendgrundstücke entstanden, auch auf dem Göllmitz und hinter den Häusern der Dorfstraße am Kanal entlang.

Im gewerblichen Sektor gibt es einen Steinmetz, einen Elektroservice, eine Glas- und Gebäudereinigung, einen Brunnen- und Heizungsbauer, einen Alleinunterhalter und einen Facharzt für Orthopädie.

Wie man unschwer erkennen kann, dominiert im Ortsteil Braunsdorf Wohnen und Erholen. Es gibt wertvolle Biotope in denen seltene Vögel, wie Störche, Kraniche und Reiher zu sehen und zu hören sind. Sie bevorzugen das Gebiet der sumpfigen Wiesen rechterhand der Straße nach Markgrafpieske. Dieses Gebiet (Großes Fürstenwalder Stadtluch) wurde bereits am 14.07.1956 unter Naturschutz gestellt und umfasst eine Gesamtfläche von 58,9 ha. In den Morgenstunden kann man dort Hasen, Füchse, Rehe und zu den Paarungszeiten auch viele Hirsche beobachten.

Ein Streifzug durch die Geschichte
Der Preußenkönig Friedrich der II. (Rz.: 1740 - 1780) erließ durch seine kurmärkische Amtskammer Küstrin am 31.12.1751 den Befehl zum Neubau eines Kämmereidorfes in der Stadtheide von Fürstenwalde. Dem kamen die Stadtherren nach anfänglichen Bedenken am 17.03.1752 nach. Das Dorf wurde an den Göllmitzschen Bergen, auf der ehemaligen städtischen Kälberweide, im sogenannten Kirchgestell errichtet. Die Gesamtfläche an Acker- und Wiesenflächen, sowie Hofflächen betrug 27,81 qkm. Zu Ehren des zweiten Bürgermeisters Braun, wurde dem Ort der Name Braunsdorf beigelegt.

Am 19.07.1833 wurde Braunsdorf durch ein Feuer innerhalb von 2 Stunden völlig in Asche gelegt. Sämtliche Einwohner verloren ihr ganzes Hab und Gut. Durch Spenden der Stadt Fürstenwalde und den umliegenden Dörfern wurde ein Jahr später, 1834 Braunsdorf durchweg mit massiven Wohnhäusern neu erbaut. Die Ziegel und Mauersteine wurden durch die Einwohner
an den Göllmitzbergen selbst aus Ton und Lehm gefertigt.

Beim Großbrand wurde auch das Schulgebäude zerstört, so unterrichtete der Lehrer Meyer in seinem eigenen Häuschen auf dem Göllmitz. Während im Jahr 1798 31 Kinder die Schule besuchten, waren es 1885 bereits 62 Schüler. Leider ging die Schülerzahl 1958 auf 20 zurück, so dass die Schule am 21.12.1958 geschlossen wurde und die Schüler seitdem nach Markgrafpieske bzw. Spreenhagen mit dem Bus täglich zur Schule unterwegs sind.

Durch den Bau der ersten Dampfschleppzüge 1875 wurde es notwendig, die Spree mit ihren Windungen auszugleichen. So wurde der Oder-Spree-Kanal 1887 bis 1891 erbaut. Durch die Zunahme der Schifffahrt musste unweit von Braunsdorf eine Überholstrecke (6,5 km lang) gebaut werden. Dazu wurde der vorhandene Kanal begradigt. Es entstand eine Insel. Die Strecke wurde von 1967 bis 1969 ausgebaut und freigegeben. Zur Insel wurde ein Damm geschüttet. Somit ist die Insel mit dem Festland verbunden. Der Altarm dient Anglern und Badefreunden zur Erholung.

Statistische Daten für den Ortsteil Braunsdorf (Stand: 30.06.2019):

 

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