Ortsteil Markgrafpieske

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Markgrafpieske heute
Zum Ortsteil Markgrafpieske gehören die bewohnten Gemeindeteile Briesenluch, Neu Waltersdorf und Lebbin. Durch seinen Waldreichtum und die umliegenden Niederungen, die Nähe zu Gewässern wie z.B. den Lebbiner- und Kolpiner See und zum Naturschutzgebiet 'Fürstenwalder Stadtluch', besitzt der Ortsteil hohe Attraktivität als Wohnort.

Die größte und schönste Sehenswürdigkeit Markgrafpieskes ist die über 100 Jahre alte Kirche.

 

Hier finden außer den Gottesdiensten auch Besichtigungen, Chorsingen und vielfältige Konzerte statt. Ein Gedenkstein für den königlichen Förster Otto Schulz, der am 22. Juli 1892 von einem Wilddieb erschossen wurde, findet man ostwärts der Dickdamm - Brücke, etwa 400 m südlich der Wiesen am Waldesrand. Das etwa 300 Jahre alte Strohhaus im Gemeindeteil Lebbin diente früher den Schafhirten als Quartier. Es ist in der Denkmalliste des Landkreises Oder-Spree eingetragen. Heute befindet sich hier eine Galerie und Bilderrahmenwerkstatt. Die Ausstellung kann man Mittwochs von 14.00 - 20.00 Uhr, auch nach vorheriger Anmeldung zu anderen Terminen, besuchen. Wer Geschichte hautnah erleben möchte, sollte unbedingt im Heimathaus Markgrafpieske in der Markgrafenstraße 3 vorbeischauen. Zwischen Mobiliar und Gerätschaften aus dem 19./21. Jahrhundert erwachen in vielen Besuchern wieder Kindheitserinnerungen. Und auch die Geschichte Markgrafpieskes wird anhand von Bildern, alten Berichten und Dokumenten auf unterhaltsame Weise erzählt.

Die alte Gaststätte in der Langen Straße wurde zu einem Bürgerhaus umgebaut, das den Bürgern und vor allem den vielen Vereinen des Ortsteiles für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Der Dorf- und Karnevalsverein organisiert schon seit vielen Jahren die Faschingsveranstaltungen und das traditionelle Sommerfest. Regelmäßig trifft sich im Bürgerhaus der Gemischte Chor Markgrafpieske 1965 e.V. zu seinen Chorproben. 1992 wurde die Schützengilde 1848 e.V. wieder gegründet, die seit 1995 ihr traditionelles Schützenfest mit einem Umzug der Schützenkameraden und ihrer Gästevereine sowie einer Kranzniederlegung am Kriegsdenkmal feiert. Der Bikerclub „MC Markgrafen“ lädt einmal im Jahr in den Speicher ein zum Bikerfest. Die Freiwillige Feuerwehr von Markgrafpieske wurde bereits im Jahr 1909 gegründet. Neben der Freiwilligen Feuerwehr existiert auch eine rege Jugendfeuerwehr. Wer sanft etwas für seinen Körper tun möchte, ist in der sich einmal wöchentlich im Bürgerhaus treffenden Gymnastikgruppe gut aufgehoben. Die Seniorengruppe der AWO trifft sich einmal im Monat zum gemütlichen Beisammensein oder führt Radtouren und Ausflüge durch.

Die Kinder von Markgrafpieske fühlen sich besonders wohl auf dem Spielplatz neben der Kirche oder auf dem Sonnenblumenhof der Kirchengemeinde. Die Jugendlichen der Umgebung treffen sich gern im Jugendclub hinter dem Bürgerhaus.

Ein Streifzug durch die Geschichte
Die Gründung von Markgrafpieske kann nicht genau angegeben werden, da sich handschriftliche Urkunden und Nachrichten darüber nicht nachweisen lassen. Früher hieß der Ort 'Pieske' ist wendischen Ursprungs und bedeutet 'die angeschwemmten Sandmassen'. Dies deutet darauf hin, dass der frühe Siedlungsplatz auf einer sandigen von Sumpf und Wasser umgebenen Anhöhe lag. Der Zugang zum Dorf war nur über Dämme möglich.

Dass die Wenden das Dorf 'Pieske' gegründet haben, dafür sprechen auch die Urnenfunde auf dem sogenannten Galgenberg, die ein Beweis dafür sind, dass 'Pieske' bereits vor 1000 Jahren bestanden hat. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Markgrafpieske als Pfarrort in der Herrschaft Beeskow im Jahre 1346 im Stiftsmatrikel des Bistums Meißen. Für die Entstehung von Markgrafpieske dürfte als sicher angenommen werden, dass der alte Wendenort 'Pieske' nach Gründung der Ostmark zu einem Markgrafen in eine gewisse nähere Beziehung trat und von nun an Markgrafpieske genannte wurde und durch diese Benennung zugleich von dem 'Pieske' am Scharmützelsee unterschieden werden konnte.

Um das Jahr 1650 bestand der Ort laut alter Markgrafpiesker Chronik aus 20 Häusern. König Friedrich der Große siedelte Kolonisten in seinem Land an. Mit der Kolonisation in Markgrafpieske muss 1762 begonnen worden sein. Die ersten 14 Familien erhielten im Jahre 1766 ihren Wohnsitz in Wulschen, 1769 wurden für 20 neue Familien Häuser in Langendamm gebaut. Im Jahre 1798 wird die Zahl der Kolonistenfamilien aus Neu Markgrafpieske, Wulschen, Neu Waltersdorf, Briesenluch und Langendamm auf 96 angegeben. Das Gut Alt Markgrafpieske war von jeher der Wohnsitz einer Gutsherrschaft. Die älteste Herrschaft war die Familie von Birkholz, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Orte Markgrafpieske, Spreenhagen, Hartmannsdorf und Wernsdorf zum Lehen erhielt. Dieser Familie gehörte auch die Wassermühle, welche im Norden des Dorfes gestanden hat. Die letzte Gutsherrschaft war die Familie Lezius von 1861 - 1945. Das Gutsschloss ist ab 1946 nach und nach abgetragen worden. Auf dem Anger steht noch die alte Dorfschule. Zum Gedenken an die Gefallenen von 1870/71 wurden ein Denkmal aus Stein gesetzt und neben der Friedenseiche aus dem Jahre 1813 eine zweite gepflanzt.

Ein Denkmal von 1920 erinnert an die Gefallenen im 1. Weltkrieg der Gemeinden Markgrafpieske und Neu Waltersdorf. Auf einer großen Vorder- und zwei kleineren Seitentafel stehen die Namen der 62 Helden. Alles kann man auf dem alten Schulhof betrachten. Hier befand sich auch die alte Kirche, welche jedoch im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde. In den Jahren 1896 - 98 wurden die neue dreischiffige Kirche aus Sandstein und Backstein im neugotischen Stil in Markgrafpieske erbaut. Der Turm des größten Gotteshauses im Amtsbereich Spreenhagen misst 48 Meter Höhe.

 

In der Kirche befindet sich eine Orgel, die im Jahre 1898 extra für Markgrafpieske vom bekannten Frankfurter Orgelbauer Wilhelm Sauer, hergestellt wurde. Das Instrument verfügt über ein Gebläse, das seit 1997 mit einem Motor angetrieben wird, 14 Register und 750 Pfeifen mit einer Länge zwischen 2 Zentimeter und 2,40 Meter. Nach alten Unterlagen kostete sie 4.412 Goldmark.

Statistische Daten für den Ortsteil Markgrafpieske (Stand: 30.06.2020):

 

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